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25_Nameless #11

25_Nameless #11

Zusammenfassung: was bisher geschah (…)

“Wann kommt eigentlich Felix?”

“Am Mittwoch, warum fragst du?”

“Nur so. Lass uns zu Hause essen. Ich gehe mal einkaufen.”

“Bringst du was für die Katzen mit? Wir haben kein Dosenfutter mehr. Ich kann so lange die Koffer auspacken und aufräumen.”

“Ok, klar”, sagt Schneewittchen und streichelt über mein Fell. Sie wirft einen Blick rüber zum Mülleimer, sagt aber nichts.

“Es liegt was in der Luft”, sagt Schrödi während sie Die Hand beobachtet. Als erstes begutachtet er den Türrahmen und zieht schnell noch einen Streifen Kreppband von der oberen Kante ab. Ein Glück für ihn dass Schneewittchen so klein ist und ihr viele Sachen erst gar nicht auffallen. Dann macht er noch eine Runde durch die Wohnung, leert alle Mülleimer und bringt anschließend den Müll runter.
Nach einem langen Einkauf kommt Schneewittchen zurück. Ich kann sie atmen hören, während sie die Treppe hoch stapft. Der Geruch vom Wochenmarkt strömt mit ihr in die Wohnung.

“Du hast die Koffer noch gar nicht ausgepackt”, sagt sie vorwurfsvoll.

“Ich habe aber aufgeräumt und den Müll runtergebracht.”

“Hast du den Müll getrennt? Papier und so?”

“Nein, tut mir Leid, habe ich nicht.”

Schneewittchen packt zwei Lachsköpfe aus. Einen wirft sie in den Kochtopf und einen teilt sie geschickt in zwei Teilen und legt sie uns in die Näpfe. An jeder Hälfte klebt genau eineinhalb Zentimeter Fischmaul.

“Sie nimmt es heute aber sehr genau”, sagt Schrödi

“Meinst du Die Frau kann das auch? Ich will jeden Tag Frisches haben”

Der Abend plätschert so dahin, ein bisschen zu langweilig, dafür dass eine Bombe die ganze Zeit mittickt. Ich kann die Nervosität von Die Hand und die beherrschte Skepsis von Schneewittchen buchstäblich riechen.

Schneewittchen hat Fischsuppe gekocht. Die langweiligen Filetstücke schwimmen in der Schale von Die Hand. Schneewittchen beweist ihren Sinn für guten Geschmack und schlürft genüsslich den Lachskopf aus. “Fump, fump” macht es, als sie die Augen einsaugt.

Die Hand zuckt zusammen bei dem Fump-Geräusch, traut sich aber nicht irgendwas zu sagen.

Kaum hat die Nacht begonnen, liegen beide im Bett und schließen die Augen.

“Keine Paarung heute?”, frage ich.

“Er will sich schonen, morgen ist Mittwoch”, antwortet Schrödinger.

Am Morgen fragt Die Hand vorsichtig: “Soll ich dich fahren?”

“Nein, ich bin noch nicht mal angezogen.”

“Ok, ich hab um 10 einen Call. Ich muss jetzt wirklich los.”

Die Zweibeiner küssen sich. Die Hand geht zur Tür raus und Schneewittchen tut so als ob sie den Tisch abräumt.

Kaum macht die Tür “Klick”, flitzt Schneewittchen ins Schlafzimmer, wir Katzen sofort hinterher.

Sie schaut unter das Bett, leuchtet in jede Ecke mit dem Licht vom Handy, kann aber nichts finden. Felix ist wie immer sehr gründlich gewesen. Er wechselte wie vereinbart zwei Mal die Woche die Bettwäsche und saugte unter dem Liebesnest.

Schneewittchen presst die Lippen zusammen, zögert kurz und holt doppelseitiges Klebeband aus der Schublade. Großzügig reißt die lange Stücke ab und klebt diese an die Innenkante vom Bett.

“Kluges Mädchen, wenn man oben nicht rankommt, muss man eben von unten anfangen” – sagt die Katze.

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