Nameless · Schneewittchen · Schrödinger

22 Schrödinger #13 Schloss 4

22 Schrödinger #13 Schloss 4

Oh, wie herrlich. Oh, wie herrlich könnte ich mich lustig machen über das, was sich mir in den schummrig rot beleuchteten Paarungs-Räumen präsentiert. Es wäre so leicht sarkastisch über ältere weiße Männerhintern über halb heruntergelassenen Hosen zu schreiben, die sich langsam vor und zurückbewegen in Frauen, die in schwarzen Strapsen auf Gynäkologen-Stühlen artig stöhnen. Oh, ja, oh ja, das könnte ich.

Mach ich aber nicht. Denn es ist alles eine Frage der Perspektive und der Anteilnahme. So lächerlich diese Szene auch auf den durchschnittlichen Zyniker wirken mag, so anders wird es, wenn man sich in die Zweibeiner hineinversetzt. Es gibt ihnen etwas. Es gibt ihnen ein gutes Gefühl, sich in ihrer sexuellen Maske zu zeigen. Jeder kann seine Maske SEIN. Sie sind zwar alle mehr oder weniger nackt (die Männer eher weniger), tragen nun aber am ganzen Körper Masken. Denn nacktsein mit einem Paar neben sich, zwischen sich oder vor sich, ist eine andere Art von Nacktheit als Zuhause in den vier Wänden.

Die Paare, die sich vor Nameless und meinen großen schwarzen Pupillen wie in Zeitlupe bewegen …

 

“Wieso sind die so lahm?”, unterbricht Nameless meine Gedanken.

“I don’t know. Auch das Tempo ist hier ein anderes als at Home”, sage ich und bin verwirrt, weil ich normalerweise keine englischen Vokabeln in meine Rede streue.

“Wollen die nicht kommen? Oder was?”

“Möglich ist alles”.

“Ich kann gar nicht hinsehen. In der Wohnung haben Die Hand und Schneewittchen aber mehr Fun”, beamt Nameless und kneift ein Auge zu, was für uns Katzen echt schwierig ist.

“Anders Fun”.

“Hä?”

Ich antworte nicht gleich, denn Die Hand schiebt seinen Finger in die Möse einer blonden Frau, die sich über Schneewittchen gebeugt hat und ihr hingebungsvoll die Muschi leckt. Der Mann der Blonden steht neben dem Bett, auf dem sie sich tummeln und reibt in Slowmotion seinen Schwanz. Er schaut zu, wie Schneewitchen sich räkelt und stöhnt. Die Hands Finger glänzt, als er ihn rauszieht und er tauscht dessen Position mit seinem prallen Schwanz. Langsam, wie es sich hier gehört, bummst Die Hand die Blonde. Nur ein bisschen, denn Schneewittchen entwindet sich ihrer eifrigen Zunge und streckt ihren Hintern in die Höhe. Die Hand, weiß was sich gehört und fickt Schneewittchen beinahe vorsichtig in die nasse Möse. Der Mann hält seinen Penis vor den gut trainierten Mund der Blonden, sie schließt die Augen und leckt zärtlich über die Spitze.

“Das hier ist nicht intim. Es ist öffentlich. Augen und fremde Hände tasten die Körper ab, wie Großraumdisco-Laserstrahlen den Nachthimmel. Daher benehmen sich alle so “lahm” und seltsam, weil sie mit ihrer Aufmerksamkeit im Außen sind”.

“Was war nochmal die Frage gewesen?”, fragt Nameless und zuckt mit dem Schwanz, denn sie hat gehört, dass der Nachtisch unten in der Bar serviert wird.

Und mir reicht’s jetzt auch mit der Beobachterei.

“Jetzt zwei Mon Chéri Mous(s)e und dann einen Kater ”-  sagen die Katzen und springen die Treppenstufen hinab in den mittlerweile dick verschneiten Hof.

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