Nameless · Schneewittchen

20_Schrödinger #11 Schloss 2

20_Schrödinger #11 Schloss 2

Ein kleines Rätsel macht die Sache hier doch spannend. Die Gänge im Schloss sind lang und rechts und links gehen Zimmer ab.

„Welches ist unsers?“, fragt Nameless und lugt in eines der Zimmer hinein. Keiner drin. Ein großes Bett mit Kissen und einem weißen Handtuch darauf, Kerzen, die aber noch nicht brennen – klar, ist ja auch mitten am Tag – und ein TV auf dem ein Paarungsfilm läuft. Kennen wir schon. Da die Hand keine Linsensuppen Abende mehr hat, kommt er nicht mehr dazu, sich Paarungs-Filme anzusehen. Er hat’s ja nun auch live. Wer braucht da Konserve?

„Alle Zimmer“, beame ich.

„Wah?“ macht Nameless, manchmal hört sie schlecht.

„Alle Zimmer sind unsere Zimmer, wir können und sollten überall hin.“

Was wir dann auch machen.

Bin mir noch nicht sicher, ob das Paarungsverhalten der Zweibeiner wirklich komplex ist oder sich lediglich komplex darstellt. So tut als ob. Quasi. Ich ahne, dass ich hier eine gute Chance habe, das heraus zu finden.

Ein Stockwerk tiefer  maunzt Nameless, als wir in einen Raum rennen und vor Schreck bremsen. Unsere Krallen kratzen über das Parkett, wir schlittern fast vor das Ding in der Mitte. Das kennen wir. Das hält nicht. Das macht RUMS.

Nachdem wir uns beruhigt haben, wird uns beim Anblick des Schaukeldings und der vier großen Betten klar, was der Lauch mit „Fickschloss“ gemeint hat. Es war keine Übertreibung oder Umschreibung. No, Sir!

Die Hand und Schneewittchen haben uns nicht sonderlich vermisst. Nach den Geräuschen zu urteilen, die durch die Tür dringen, üben sie schon mal. Die Hand lässt uns ins Zimmer, nachdem wir stundenlang vor der Tür gemaunzt haben – vielleicht waren es auch nur Sekunden, aber der Steinboden ist rau und kalt. Ketzer und Hexen wurden hier rüber sicher schon ins Verlies geschleift. Brrr. Wir springen aufs Bett. So wie sich das gehört. Schneewittchen streichelt uns und die Hand sagt: „Spinnkatzen“.

Wir rollen uns am Fußende zusammen, dösen und beobachten aus den Augenschlitzen wie sich die Hand und Schneewittchen anziehen.

„Schwarzer Anzug und Manschettenknöpfe“, schnurrt Nameless.

„Jetzt wird er uns aber nicht mehr streicheln“.

„Egal, die Optik ist nice“.

Schneewittchen ruckelt sich in ein winziges grünes Spitzenkleid.

“So hübsch die Zwei”. Nameless kann sich gar nicht satt sehen.

Doch dann fummeln beide an ihren Gesichtern rum. Das machen sie sonst nicht.

„Why?“, beamt Nameless erschrocken, als sie sich zu uns umdrehen tragen sie Masken.

Wen wollen sie damit täuschen, man kann sie doch meilenweit gegen den Wind riechen? Oder planen sie einen Überfall? Dafür ist die Kleidung aber ungeeignet und die Waffen fehlen – wenn man mal vom schwarzen Dildo in Schneewittchens Handtasche absieht.

„Es bleibt spannend“ – sagen die Katzen und schlüpfen mit den maskierten Zweibeinern aus dem Zimmer.

optik.jpg

 

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